Auf dem DrupalCamp im Januar 2009 in Köln habe ich einen Vortrag über den Aufbau von Suchmaschinenoptimierten Seiten (SEO) mit Drupal gehalten. In diesem Beitrag fasse ich diesen Workshop noch einmal kurz zusammen.

Ich möchte direkt am Anfang darauf hinweisen, dass dies nicht der Stein der Weisen ist, um eine Webseite bei Google auf den ersten Platz zu schießen. Es gibt viele Interpretationen und Meinungen zu diesem komplexen Thema. Außerdem entwickelt Google natürlich seine Algorithmen zur Gewichtung des Suchindex laufend weiter. Es handelt sich bei meinen Ausführungen lediglich um solide Grundlagen und ein paar Empfehlungen für Drupal-Module, mit denen sich diese Grundlagen umsetzen lassen.
Grundsätzlich ist es im Kern einfach nur wichtig, eine HTML-Seite so aufzubauen, wie es ursprünglich vom W3C empfohlen wird. Dazu empfiehlt es sich einmal einen intensiven Blick in die HTML Spezifikation zu wagen. Weiterhin hat Google selbst Ende 2008 einen Google SEO-Starter-Guide veröffentlicht, der klare Empfehlungen im Aufbau von Webseiten gibt.
HTML muss W3C-Konform aufgebaut werden und fehlerfrei sein. Die Referenz dazu ist die HTML 4.01 Spezifikation. Ergänzend gibt es natürlich auch die XHTML Spezifikation. Für SEO ist vor allem wichtig die richtige Struktur einzuhalten und die verschiedenen Auszeichnungen auch für die entsprechenden Inhaltselemente zu verwenden. Auch die Angabe der richtigen DocType (Dokumenttyp-Deklaration) ist sehr wichtig, sonst kann der Browser den HTML-Code nicht richtig interpretieren und der Suchroboter natürlich auch nicht.
Damit man sicher ist, das eine Seite keine HTML-Fehler enthält, ist es erforderlich sie zu validieren. Mit dem W3C-Validator kann man seine Site online überprüfen. Noch praktischer ist das Firefox-Plugin HTML-Validator. Eine Theme, welches kein valides HTML erzeugt sollte nicht verwendet werden.
Der Title-Tag der Seite ist enorm wichtig und hier sollten 2-3 der wichtigsten Begriffe des Seiteninhalts genannt werden. Jede Seite sollte unbedingt einen eigenen Titel haben. Bei Drupal empfiehlt es sich, im Template den Node-Title auch als Page-Title zu verwenden.
Der Meta-Tag Meta-Description muss für jede Seite eine eigene Beschreibung enthalten (z.B. Auszug aus dem Seiteninhalt). Das ist für Google enorm wichtig.
Sehr wichtig ist die richtige Verwendung der Überschriften. Fast alle Drupal-Themes, die ich mir angeschaut habe, benutzen H1 als Site-Name und H2-Tags als Titel für die Blöcke. Das ist meiner Meinung nach in den meisten Fällen nicht zu empfehlen! Nach der HTML-Spezifikation für Überschriften sind solche als thematische Kennzeichnung der Inhaltsabschnitte zu verwenden. Auch Google gibt hier in seinem SEO-Starter-Guide entsprechende Anweisungen.
H1 ist die wichtigste Auszeichnung einer Seite. Auf der Startseite sollte das durchaus der Haupttitel (Site-Name) des Internet-Auftritts sein. Wird nun H1 aber als Site-Name im Pagetemplate als Vorlage für alle Seiten verschwendet, so enthält jede Seite der Drupal-Site die gleiche Hauptüberschrift. Sehr viel effektiver ist es, bei Seiten der vollen Node-Ansicht den Nodetitle mit H1 auszuzeichnen. In einer Listenansicht, wo eine Auflistung von Inhalten dargestellt wird, ist es dagegen notwendig die einzelnen Überschriften der gelisteten Beiträge mit H2 auszuzeichnen, hier sollte H1 für die Gesamtüberschrift der Liste verwendet werden (z.B. "Drupal News", " Drupal Blog", "Fotoalbum von meiner Dachterrasse"...) .
Meiner Meinung nach ist es auch nicht gut, H2 als Blocktitel zu verwenden. Da die Blocktitel eher funktionale Begriffe beinhalten (Hauptmenu, Newsletter, Neuste Kommentare, ...) und nicht die wichtigsten Begriffe des Seiteninhaltes spiegeln, geht einiges an Bedeutung für Google verloren.
Grundsätzlich kann man sich an folgende Regeln halten:
Überschriften machen natürlich nur Sinn, wenn ausreichend Text auf der Seite enthalten ist. Das ist sowieso die aller erste Grundvoraussetzung. Der Text sollte die wichtigsten Begriffe in angemessener Wiederholung enthalten (Keyworddichte). Ich halte allerdings nicht viel von künstlich aufgepeppelten Texten um bestimmte Wörter zu stärken. Man sollte sich darauf konzentrieren vernünftige Inhalte in sauberer Form zu schreiben. Wichtige Begriffe im Text können mit B oder STRONG formatiert werden und vermitteln so auch dem Google-Bot verstärkte Bedeutung.
Dateinamen von Images sollten nach Möglichkeit passende Begriffe enthalten. Ebenso wichtig ist die Verwendung des ALT-Tag, wo eine Beschreibung des Bildes angegeben werden sollte.
Der richtige Aufbau der Navigation und die effektive Verlinkung von Seiten ist ebenso ein wesentlicher Faktor für eine optimale Google-Indexierung. Der Text, der verlinkt wird, sollte immer aus wichtigen Begriffen des Inhaltes der Folgeseite bestehen. In einem Textbeitrag ist es wesentlich sinnvoller, als Linktext eine entsprechende Textstelle bzw. Wörter zu verlinken anstatt einfach die URL anzugeben. Beispiel:
Google ordnet die verlinkten Keywords als wichtige Verschlagwortung der Folgeseite zu. So kann man also ganz bewusst einer Seite die man verlinkt, eine entsprechende konkrete Bedeutung schenken. Diese Regel sollte man sich verinnerlichen, vor allem auch wenn man auf andere (externe) Webseiten verlinkt oder in Foren oder Blogs auf andere Seiten verweist. Bedenkt man, das wir alle im Netz letztendlich die Bedeutung erschaffen, die Google im Suchergebnis wiederspiegelt, dann wird wird klar dass wir durch unsere Verlinkungen in Blogs, Foren, Social Networks, usw..., ganz wesentlich Verantwortung tragen für das was bei Google zu einem Suchwort als Ergebnis erscheint. Weitere Tipps zum Aufbau einer effektiven Verlinkung:
Analyse der Webstatistiken ist wichtig um zu sehen ob die Nutzer das finden, was sie suchen. Mit Google Analytics werden umfangreiche Statistiken erstellt. Ebenso sehr nützlich ist die Nutzung von Google Webmastertools, womit man den Status der Indexierung und Verlinkung seiner Site analysieren und steuern kann.
Hier nun einige grundsätzliche Funktionen und Module zum Aufbau einer SEO-Site mit Drupal:
Unbedingt die Option Admin > Einstellung > Lesbare URL‘s einschalten. Bei Drupal 6 wird diese Option während der Installation automatisch eingeschaltet wenn der Server das unterstützt. Wird diese Funktion vom Server nicht unterstützt, dann sollte man den Anbieter wechseln. Lesbare URL's sind enorm wichtig für Google, nur so können Seitennamen und Pfadstrukturen mit passenden Begriffen aufgebaut werden.
Weiterhin sollten sinnvolle URL-Aliase und Strukturen aufgebaut werden (z.B. http://www.egotrek.de/wanderregionen/nordrhein-westfalen/eifel).
Mit folgenden Modulen kann man die genannten Empfehlungen gut mit Drupal umsetzen:
Kommentare
Danke
Gute Zusammenfassung
Hallo, sehr gute Zusammenfassung. Mein absolutes Lieblings SEO Modul für Drupal ist "Bot Theme Switcher". Damit kann man den Bots ein eigenes Theme präsentieren und die ganze div Suppe auskippen, die Drupal so gerne produziert. Das erleichtert die Indexierbarkeit der Seite enorm, und man kann auch die Inhalte nach Wichtigkeit sortiert präsentieren. Z.B. Den Content als erstes. Solange man die selben Inhalte präsentiert verstößt es auch gegen keine Google Guideline. Leider sind viele Drupal Themes so aufgeblasen, dass der Content Anteil am Quelltext manchmal nur 10% beträgt.
Auf meiner Seite sind noch ein paar weitere SEO Module zu finden:
30+ Drupal SEO Module
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